Baden-Württemberg fragt ausländische Muslime fortan aus, ob sie Schwule akzeptieren - bei falschen Antworten gibt's keinen deutschen Pass.

Homo-Check für Muslime
Baden-Württemberg schaut in Zukunft genauer hin, ob Muslime der deutschen Staatsangehörigkeit würdig sind: Mit Hilfe einer so genannten Loyalitätsprüfung will das Stuttgarter Innenministerium feststellen, ob die potenziell neuen Bundesbürger Werte wie Demokratie und Toleranz verinnerlicht haben. Es hat dazu einen 30 Fragen umfassenden Katalog zusammengestellt, die in einem ausführlichen Gespräch im Ausländeramt erörtert werden sollen. Darunter wird neben der Einstellung zur Blutrache, zum islamistischen Terror und zur Religionsfreiheit auch das Thema Homosexualität angesprochen.
"Stellen Sie sich vor, ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammen leben. Wie reagieren Sie?", so eine der Fragen. Eine andere: "In Deutschland haben sich verschiedene Politiker öffentlich als homosexuell bekannt. Was halten Sie davon, dass in Deutschland Homosexuelle öffentliche Ämter bekleiden?". Sollten Zweifel bestehen, ob die Antragsteller auf dem Boden der "freiheitlich demokratischen Grundordnung" stehen, wird der Antrag auf Einbürgerung abgelehnt. Der Test gilt nicht für alle Ausländer, sondern lediglich für Bewerber aus 57 Staaten, die der Islamischen Konferenz angehören - darunter ist auch die Türkei.
Dennis Klein
